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img_0113Brasilien, 100% Wind - das Paradies für Kiter… diesem Phänomen sind wir im November auf die Spur gegangen. Der Spot für die ersten zwei Wochen wurde Canoa Quebrada im Nord-Osten Brasiliens, ca. 160 km südlich von Fortaleza. Man muss wissen, dass je weiter man Richtung Norden die Küste hochfährt, der Wind immer stärker wird. Laut Kitereisen.com sollte der Wind zu 99% um die 20 Knoten haben – perfekte Bedingungen wurden also prophezeit.

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Anreise:
Freiburg > Zürich > Lissabon > Fortaleza > Canoa Qebrada… 20 Stunden gehen dafür insgesamt drauf!

Die Spots in Canoa
Praia de Canoa:

Zum einen haben wir den Kitespot am Hauptstrand. Unbegrenzt von der Länge des Strandes ist er relativ schmal. Man muss sich eben ein Plätzchen suchen. Der Wind kam hier immer Side/ Side-Onshore. Und leider leider nicht wie versprochen mit 20 Knoten sondern zwischen 10 und 16.
D.h. ich war froh, dass ich meinen JN Wildthing in 16qm dabei hatte - bis ich ihn geschrottet habe J
Nachdem ein leichter Shorebreak überwunden war, konnte man die Wellen (nur bis ca. 1,5m) wunderbar als Abschußrampen benutzen. Ansonsten war das Wasser eher choppy.
Kitestation, Rescue-Service und Storage konnte man hier vergeblich suchen. Dafür konnte man an der riesigen Beach-Bar in Ruhe seinen Caipi für nen Euro genießen.

Rio Jaguaribe:
Diese Flachwasserlagune bzw. Flußdelta konnte man per Beach-Buggy-Transfer erreichen oder man startete vom Main Beach einen 12 km Downwinder (dicke Oberschenkel garantiert).
Dieser Spot war bei Ebbe ziemlich perfekt. Ein ideales stehtiefes Flachwasser Freestyle-Trainingsrevier für Kiteloops und unhooked Tricks. Der Wind immer einen Tick stärker und ideal für den JN Prima Donna 11qm. Allerdings sollte die Strömung des Flusses nicht unterschätzt werden - ich weiß wovon ich rede J Auch sollte man nicht wie "Robby Rescue" die Leinen direkt vor ein Segelboot lenken, so dass sich diese im Ruder verheddern, unter Wasser ziehen und dann noch Probleme mit der Safety haben. Krasses Programm für einen blutigen Anfänger J

Nachtleben Canoa Quebrada:
Canoa ist am Wochenende ein Ausflugsziel für die Brasilianer selbst. Von Freitag bis einschl. Sonntag steigen geile Reagga Partys direkt am Strand. Aber selbst hier geht’s dort erst gegen 1 Uhr Nachts los. Vorher ist man auf dem "Broadway" unterwegs. Unzählige Cocktailstände und Bars füllen einen ab.
Wer Mädels kennenlernen möchte muss nicht lange suchen – Schüchternheit kennt man dort nicht.

 

Weiter nach Paracuru
Nachdem mein Kumpel nach 2 Wochen back home geflogen ist, wollte ich mehr Wind und Wellen. Viele empfahlen mir Paracuru – ca. 240 km weiter Richtung Norden. Norden, dass heißt mehr Wind!

Nachdem mich Bekannte die 160km mit nach Fortaleza mitgenommen hatten, nahm ich das Abenteuer auf mich und fuhr die 80 km mit dem Linienbus nach Paracuru. Vergleich: Taxi ca. 55€, Bus 3€ J.    

Spot Quebra Mar – Paracuru

Quebra Mar besteht bei Ebbe aus seiner Flachwasser-Lagune mit anschließendem Riff, welches immer überfahren werden kann. Hinter dem Riff brechen echte super Wellen. Kein Wunder, dass hier sowohl Wellenreiter, Windsurfer und viele Kiter mit Waveboard anzutreffen waren. Der Wind war wir versprochen einiges besser als in Canoa. Immer zwischen 15 und 26 Knoten. Perfekt für den 11er und 9er Prima Donna.
Die Lagune war zwischen 10 bis 16 Uhr oft recht voll. Auf den Wellen (zwischen 2 und 3,5m) hielten sich weniger auf. Nach 3 Self-Rescue Aktionen wusste ich warum J Relaunchen wird sehr schwer, nachdem so eine Wellen deinen Kite gewaschen hat und dann grüßt das unfreundliche Riff in Lee!
Nachdem ich das Feeling für diese Mega-Kicker allerdings hatte, hieß es "junge Adler sollen fliegen" und sicher landen J  Zwischen den Wellen und der sauberen Dünung war das Wasser oft wir glatt gebügelt – man fühlte sich wie in einem hügeligen Tiefschneehang mit Bowls und Kickern ohne Ende!

Quebra Mar ist ein reiner Kitespot mit zwei Kiteschulen und einem großen Restaurant mit Storage.
Rescue Service oder ähnliches gibt es aber natürlich nicht.

Sprache und Kriminalität
Eins müsst ihr wissen, die Brasilianer sprechen NUR ihr brasilianisches Portugiesisch! Selbst in den Hotel muss man verdammt Glück haben, jemanden zu erwischen, der ein bisschen englisch kann.
Mit italienisch und spanisch kann man sich durchschlagen oder ihr macht einen Crashkurs Brasilianisch – Mir hat´s sehr geholfen!
Sicherheit war in Canoa kein Thema. Nach einem Downwinder fanden wir bei Dunkelheit sogar noch unsere Kitebags am Strand vor. Auch von Überfällen kam uns nichts zu Ohren. Allerdings sollte man kein Geld bei der Bank abheben. Dort zocken Sie einen am Automaten ab!
In Paracuru sollte man nach den Beachpartys nicht alleine nach Haus gehen, hier kann´s gefährlich werden! Mein verlorenes Brett hat in Paracuru natürlich auch niemand gefunden – Dafür konnte ich mein nächstes Brett Probe fahren JN CHIT CHAT, einfach geil!

Fazit
Brasilien, ich komme wieder! 3 Wochen Wind, 30 Grad, Sonne, Wellen und Party  - Dazu muß man nicht viel sagen! Nächstes Mal wird aber ein 4x4 Jeep gemietet und die geilsten Spots angefahren.

Hang Loose

Ingo aka Private