Mit Zeit und Motivation zum Kiten haben wir uns auf die Suche nach Wind begeben. An Spots in Südfrankreich, Spanien oder Ägypten waren die Vorhersagen suboptimal und für Djerba oder Kapverden haben wir keinen Flug mehr bekommen. Aufmerksam wurden wir auf die südlichste Ecke des Stiefels von Italien: es sah nicht so schlecht aus für mittlere Kites, kein Regen, nicht frostig und einen Flieger gab’s auch noch. Also haben wir gebucht (um Mitternacht) kurz gepackt, zwei Stunden geschlafen und sind auf zum Flughafen nach München. Das ganze als blind date, gekannt haben wir uns vorher noch nicht…
Kurz mit Benny telefoniert und unsere „Reisegruppe“ war zusammengewürfelt! 
Hier ein paar Infos zu unserem Ausflug:
Anreise:
Am besten mit dem Flieger nach Brindisi. Wir sind ab München über Rom, es gibt aber wohl Direktflüge ab München, Zürich oder Milano und im Nicht-Winter ab Memmingen.
Unterkunft:
First Choice = villaconcamarco.com, beeindruckende Anlage mitten im Bio-Olivenhain. Schöne Zimmer mit überdachter Terrasse und viel Platz für’s Material davor. Nette Leute, einer der Brüder hat die Segelschule, an die auch die Windsurf- und Kiteschule angebunden ist. Gekocht wird von der Mamma, original italienischer und besser geht’s glaub nicht. Preis pro Zimmer pro ÜN mit Frühstück 50 EUR, Abendessen (Menü) inklusive Wein für 18 EUR/Nase.
Wind und Wetter:
Gemäss den Locals hat es fast immer Wind, was man u. a. auch an dem Wuchs der Bäume bestätigt sieht. Die Adria ist bei SüdApulien nur halb so breit, was eine Düse bewirkt. Am meisten Wind soll’s im November haben. Je südlicher der Spot, desto mehr Wind trifft man an. So fährt man in Frassanito eine Kitegrösse kleiner als in San Foca oder Torre Chianca. Ein Local hat uns informiert, dass eine griechische Seite bei Nordwind mit der 3-Tages-Prognose zu 99% Recht hat: http://forecast.uoa.gr
Vorhersage / Ausbeute:
Die Vorhersage lautete auf Nord mit 15 bis guten 20 Knoten (Benny meinte abnehmend…), bei angenehmen 17 bis 20 °C. Die ersten Tage waren stärker als vorhergesagt, wir sind 8er resp. 9er geflogen, an den anderen beiden Tagen 12er bzw. 14er. Ausbeute 100%, tip top.
Generell:
Im Hochsommer soll es sehr heiss sein und voller Touris (Juni, Juli, bis M/Aug), in allen anderen Monaten ist es dort touristisch sehr ruhig, entsprechend haben weniger Hotels und Restaus offen.
Die Spots:
Torre Chianca: Der Spot ist im Kiteguide richtig beschrieben, aber am falschen Ort eingezeichnet. Er liegt ca. auf Höhe von Lecce und damit nördlicher als die San Foca, Frassanito oder Alimini. Von der Welle her interessanter als San Foca. Zum Aufbauen gibt es einen recht schmalen Streifen, zum Starten geht man ins Wasser. Wenn es vorher geregnet hat ist der Parkplatz eine Riesenpfütze, die Locals parken ihre Autos dann halb auf den Dünen. Wir haben uns für eine Morgensession in Torre Chianca ein Bad mit breiterem Sandstrand (etwas südlicher von dem eigentlichen Spot) ausgesucht, von dem aus auch das Auto zu observieren war….
San Foca / Bueno Ventura (Nordwind): Wir hatten mit dem Nordwind sideshore von links mit netten kleinen Wellen. Bueno Ventura hat einen schmalen Sandstrand mit hellem und schwarzem Sand, der gross genug ist zum parken und starten. Hinter der kleinen Düne hat es eine grosse Wiese zum Aufbauen und fürs Auto. Bei viel Wind sind die Locals auf der Wiese gestartet – vor dem Stromkabel… Die Bedingungen waren prima für uns an diesem Spot, wir sind drei Tage dort gefahren.
Frassanito: bei Nord von Wind und Welle her sicher der interessanteste Spot der Gegend – solange Material und Knochen heben. Kaum Sand, viel Fels, hauptsächlich Windsurfer.
Alimini: Gibt einen schönen Sandstrand her, liegt aber in einer Bucht – Wind ist dort wohl eher böig. Für die Locals der Spot, wenn es anderenorts zu heftig wird.
Porto Cesare: haben wir selbst nicht gesehen, aber viel davon gehört: soll DER beste Spot sein, besser als Hawaii…., mit Wellen bis zu 5 m. Funktioniert bei Süd.
Fazit:
Wer im November noch ohne Schuhe fahren will, kann in Süd-Apulien eine interessante Alternative finden. Wir waren beide sicher nicht zum letzten Mal dort.
Bericht von Sonja und Patrick
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Unsere Woche begann mit Luxus pur, denn wir wohnten für 3 Tage bei Bekannten vom Seegeln, in deren Appartement. Hatten dort ein eigenes Schlafzimmer und Bad, mit Blick aufs Meer. Überhaupt genossen wir alle Vorzüge des Hotels, inklusive Pool, Fitnessraum, Sauna...
Leider hieß es nach 3 Tagen Abschied nehmen, da wir, sowie auch unsere Freunde weiter reisten.
Es ging nach Brisbane und es herrschte erst einmal Chaos, denn wir waren mit dem vielen Verkehr,den hohen Parkgebühren und den vielen Leuten total überfordert. Daher beschlossen wir weiter außerhalb von Brisbane zu parken und von dort aus mit dem Zug/Bus rein zu fahren. Doch kaum waren wir in der Nähe des Meeres, spürten wir den langersehnten Wind wieder. Björn nutze die Tage voll aus, bis hin zum Sonnenuntergang. Der Kitespot war nicht wirklich schön fürs Auge, kein Strand und bei Ebbe kam eine schlammige, mit Seegras bewachsene Landzunge zum Vorschein. Zum Kiten jedoch optimal. Kitebar bei allen Windrichtungen und tolles flaches Wasser bei Ebbe. Doch man ist nicht alleine im Wasser, man teilt sich den Spot mit Seekühen. Die freundlichen Meeressäuger stören jedoch nicht, ist nur erschreckend, wenn ein 3m Klops direkt vor einem auftaucht. Als wir am Abend mal wieder auf Schlafplatzsuche waren, rannte plötzlich ein Koala über die Straße. Mitten auf der Straße habe ich angehalten und bin dem Koala hinterher um ein Bild zu schießen. Den ersten Koala, den wir in unserem Leben gesehen haben, absolutes Highlight :-)
Leider verließ uns der Wind nach zwei Tage auch schon wieder und wir fuhren mit dem Zug nach Brisbane rein und verbrachten den Tag in der City.
Weiter ging es für uns nach Surfers Paradise, wo wir 3 Tage mit surfen, sonnen, chillen und shoppen verbrachten. Surfers Paradise ist echt super, sage ich. Björn mag die abgelegenen Spots lieber.