Nachdem wir Denham hinter uns gelassen haben erreichten wir bei Nacht den Shell Beach, ein Strand der aus lauter kleinen Muscheln besteht. Da es eine sternenklare Nacht war, entschlossen wir uns, unter freiem Himmel zu schlafen. Der Nachthimmel hier in Australien ist einfach atemberaubend schön! Ich konnte nur schlecht schlafen, da die Muscheln ziemlich hart waren. Doch bei jedem Mal Aufwachen konnte ich Sterne, Mond und unzählige Sternschnuppen bewundern.
Unterwegs nach Coral Bay trafen wir einen Holländer der mit dem Fahrrad Australien bereist. Er hatte schon die Ostküste hinter sich und das Redcenter und war von Perth bis nach Coral Bay hochgefahren! Alles zusammen über 10 000km, bis jetzt. Verrückter Kerl. Da es ein wirklich heißer Tag war (41Grad im Schatten) gaben wir ihm Wasser und frisches Obst. Coral Bay ist ein echtes Cuff, hat aber einen tollen Strand und ist bekannt für die super Schnorchel und Tauchbedingungen.
Wir trafen dort auf alte Bekannte, die wir schon von Lucky Bay kannten und entschlossen uns zusammen den Weg nach Exmouth in Angriff zu nehmen. Wir waren jetzt also zu acht und mit zwei 4WD unterwegs. Unser Weg führte uns direkt am Ningaloo Reef entlang, 300km über Dirtroads, Dünen und auf dem Strand. Wir waren komplett auf uns alleine gestellt, fern von jeglicher Zivilisation, Wildnis pur! Wir angelten, sind Speerfischen gegangen und mussten unser Wasser selber organisieren. Und da die Kängurus nicht mit Verkehr klarkommen landete auch mal eins von ihnen auf unseren Tellern. Unsere Bekannten hatten ein Känguru angefahren, das hat sich das Bein gebrochen und ist im Busch verschwunden. Als Tierfreunde konnten wir das Arme ja nicht qualvoll verenden lassen. Also sind wir bewaffnet mit Hammer, Radkreuz und einem Seil auf die Pirsch. Nach kurzer Suche fanden wir es dann und wollten es von seinen Qualen erlösen. Doch es wollte sich nicht erlösen lassen. Es hat uns attackiert und wollte flüchten. Also habe ich ihm den Weg abgeschnitten, zwei andere haben es dann von hinten mit dem Seil erwischt und der Vierte hat ihm eins mit dem Hammer übergebraten. Damit das arme Tier nicht grundlos sterben musste haben wir es aufs Auto geschnallt, zu unserem nächsten Campspot mitgenommen und dann ausgenommen. Am Abend haben wir ein großes Lagerfeuer gemacht und das Känguru gegrillt. Letztendlich ist es mehr verbrannt als gelungen aber geschmeckt hat es trotzdem. Unser nächstes Ziel war Turquoise Bay, der Traumstrand! Das komplette Riff ist von der Küste nur zwischen 200 und 500 Metern entfernt. Wir sind dort zwei Tage geschnorchelt und konnten die Unterwasserwelt hautnah erleben. Bunte Fischschwärme, Wasserschlangen, riesige Fische, Rochen, Haie, Schildkröten und scheinbar unendliche Korallengärten. Ein echtes Unterwasserparadies!
Wir kamen „just in time“ zum Sonnenuntergang an den Pinnacles an. Der Himmel verfärbte sich von Pink zu Orange und dann in ein flammendes Rot. Mit den Wolken zusammen sah es aus als würde der Himmel brennen, einfach atemberaubend spektakulär. Auf dem Weg nach Kalbarri fuhren wir an Port Gregory vorbei. Vor der Stadt befanden sich dort riesige Salzseen die komplett
Pink waren. In Kalbarri chillten wir an der wunderschönen Flussmündung und fuhren am Abend dann in den Nationalpark. Wir sind morgens um 6 Uhr aufgestanden, damit uns die Ranger nicht erwischen konnten, und haben dann eine kleine Wanderung zum Natures Window gemacht. Beeindruckende Felsformation mit grandiosem Ausblick auf die umliegenden Canyons.
Doch der bisher beste und schönste Kitespot für mich war in Denham. Kristalklares Wasser, türkisblau und Kilometerweiter Stehbereich. Grace setzte mich ausserhalb der Stadt ab und ich machte einen unglaublich geilen Downwinder zurück nach Denham. Ich war 2 Stunden unterwegs, und dabei sah ich Fische, Rochen, Haie und wunderschöne einsame Buchten. Es war unglaublich wenn ich bei einem Sprung unter mir all die Fische sehen konnte. Einmal sprang ein Rochen direkt vor mir aus dem Wasser und flippte herum, kleine Babyhaie flüchteten unter meinem Board. Ich freute mich als ich in eine Bucht rein gekitet bin und zu meiner Überraschung Grace am Strand stand. Wie immer besorgt um mich. Doch das absolute Highlight war die Big Lagoon im Francois Peron NP nördlich von Denham und nur mit dem 4WD erreichbar. Als ich zu einer Sonnenuntergangs Kitesession draussen war sah ich plötzlich vor mir eine große Flosse aus dem Wasser kommen. Ich hab mich tierisch erschreckt und wollte schnell abhauen, denn ich dachte es ist ein Hai. Doch meine Neugier lies mich nochmal genauer hinschauen und ich sah dass es fünf Delfine waren. Also bin ich die ganze Zeit mit den Delfinen gekitet, bis es komplett dunkel war. Das war echt unbeschreiblich. Am Abend trafen wir dann noch zwei geile Typen, beide aus Bulgarien und hatten ne menge Spaß mit ihnen. Sie hatten einen Hai gefangen und teilten ihn mit uns. Dann haben wir die ganze Nacht mit ihnen einen gehoben und am nächsten Morgen haben sie uns zum Frühstück eingeladen.
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Diese Woche haben wir nicht wirklich was erlebt. Wir konnten wieder bei unseren Freunden in Perth wohnen und genossen dort alle Vorzüge des zivilisierten Lebens. Es gab nicht viel zu tun für uns und auch der Wind hat uns im Stich gelassen.
Am Samstag ging es für uns weiter und wir mussten von Trish Abschied nehmen, die wir wahrscheinlich das letzte Mal gesehen haben.. Auch Micha war wieder mit an Board und die Eva, auch ein deutsches Mädel.
Wir erreichten am Abend Lancelin und Björn hatte dann noch eine Sonnenuntergang Kitesession. Der Sand dort war so fein wie Mehl und hat auch dementsprechend überall geklebt.
Am Sonntag bekam ich dann noch ne Valentinsüberraschung von Björn, Picknick am Strand mit Sekt und Erdbeeren. Als wir uns dann im Meer abgekühlt haben, sahen wir vom Wasser aus, dass ein Auto neben unserem Picknickplatz anhielt und unsere Kühlbox geschnappt hat. Sind dem Auto dann hinterher gerannt,doch wir hatten keine Chance. Unsere Kühlbox war weg :-(
Am Nachmittag haben wir uns dann auf den Weg in das Pinnacles Desert gemacht.